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Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

Der Panther von Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris

We See You.

(English below)

Zeuge sein – und den Tieren auf dem Weg in die Schlachthäuser einen letzten Moment des Respekts, der Aufmerksamkeit und Zuneigung zu geben, ihnen zeigen, dass sie nicht alleine sind, das ist eines der Ziele des Animal Save Movement.

Animal Save Movement hält mit lokalen Gruppen weltweit regelmäßig friedliche Mahnwachen (Vigils) vor den Schlachthöfen. Manche Fahrer der ankommenden Tiertransporte, halten für ein paar Minuten, so dass man wenigstens für einen kurzen Moment bei den Tieren sein kann, um sie zu streicheln oder einfach nur für sie da zu sein. Man schaut ihnen in die Augen, sieht sie, berührt sie für einen Moment – häufig die einzige liebevolle Geste, die sie in ihrem kurzen, qualvollen Leben bekommen. Viele haben Narben und Verletzungen und ihre Blicke sprechen mehr als tausend Worte. Es zerreisst mir jedes Mal das Herz, wenn der Truck wieder losfährt, die paar Meter auf den Schlachthof, man hört noch ihre Schreie, wenn sie ausgeladen werden – ein Geräusch, das mich jedes Mal begleitet, wenn ich durch den Supermarkt gehe und die Fleischauslagen sehe.

Mit „We See you.“ habe ich versucht, meine Eindrücke zu verarbeiten und in eine Form zu bringen, die diesen täglichen Wahnsinn widerspiegelt.

We See You

Bearing witness – giving animals on their way to the slaughterhouse one last moment of respect, attention and affection. This is one of the goals of the Save Movement, showing the animals that they’re not alone.

The Animal Save Movement holds peaceful local vigils in front of slaughterhouses all over the world with local chapters of the movement. Some if the arriving truck drivers stop for a couple of minutes, so that we can at least spend some minutes with the animals, to caress them or just be there for them. You look into their eyes, see them, touch them for a moment – often times this is the only affectionate gesture they experienced during their short lives filled with suffering. Many show scars and injuries and their eyes say more than a thousand words. It breaks my heart every time the trucks move on, those last few feet to enter the slaughterhouse. You can still hear their screams when they are unloaded – it’s a noise that accompanies me every time I see the meat department in the supermarket.

With „We See You.“ I tried to come to terms with my impressions, giving them a form that reflects these daily atrocities.

Cyprus Paradise

(English below)

In Zypern leben rund zweihunderttausend Hunde auf der Straße oder in den Tierheimen. Teilweise werden sie über die Zäune der Tierheime geschmissen, dort angebunden oder am Straßenrand ausgesetzt. Es gibt staatliche Tierheime beziehungsweise Auffangstationen, in denen ist der Zustand katastrophal, weil die angestellten Mitarbeiter sich kaum oder gar nicht um die Hunde kümmern. Die Hunde haben dort generell vierzehn Tage, bevor sie getötet werden, vielleicht etwas länger, wenn das jeweilige Tierheim nicht überfüllt ist. Ein Großteil der Hunde stammt aus privaten Haushalten. Die Menschen haben sie sich irgendwann als Welpen angeschafft und später, wenn sie sie nicht mehr wollten, einfach wieder entsorgt, aus welchen Gründen auch immer. Ein großes Problem sind die Jäger, die sich meistens mehrere Hunde halten. Diese verbringen ihr Leben häufig im Zwinger und werden nur zur Jagd herausgeholt. Sind die Hunde dann zu alt oder krank, werden auch sie entsorgt.

Die Organisation Hundeliebe grenzenlos e.V. arbeitet in Zypern mit Tierschützern und Organisationen wie zum Beispiel dem Argos Animal Sanctuary zusammen und hilft durch die Vermittlung nach Deutschland den Hunden in den überfüllten Tierheime eine Chance zu geben. Anfang 2015 bin ich für sie das erste Mal nach Zypern geflogen, um die Arbeit und die Situation vorort zu dokumentieren. Die Bilder ließen mich nicht mehr los und ich bin seitdem regelmäßig für die Organisation nach Zypern gereist, um weiter zu berichten, aber auch, um auf dem Rückweg Hunde zu begleiten, für die in Deutschland ein Zuhause gefunden wurde.

Über die Jahre sind Filme, Fotos und ein Fotobuch entstanden, Cyprus Paradise, über das Leben der verlassenen und ungewollten Hunde in Zypern. Es soll Aufmerksamkeit auf ihre Situation und ihr Leiden lenken und so einen Anstoß geben, denn Veränderung kann nur durch Aufklärung erreicht werden – und dadurch, dass durch sinnvolle Kastrationsprogramme der ungebremsten Vermehrung ein Ende gesetzt wird.

Eine Auswahl Fotos / A selection of images:

Und eine Auswahl der Filme / A selection of films:

There are about 200,000 dogs living in the streets of Cyprus or in one of the local shelters. Sometimes they were just thrown over the fences, or tied to the gates or just cast by the side of the road. Especially in the public shelters the conditions are dire, because the staff does not really look after the dogs. In general there the animals have 14 days before being killed, maybe longer if the shelter is not overcrowded. A large number of the dogs come from private households, where people once bought them as puppies, but now they grew tired of them for whatever reason and so they are disposed. Hunters especially are a problem since often times they have more than one dog, the animals live their lives in a kennel and only get out when it’s time to hunt – but once the dogs are getting old or sick, they are disposed as well.

The German organization Hundeliebe grenzenlos e.V. cooperates with local animal welfare activists and organizations such as the Argos Animal Sanctuaryby giving the dogs in the overcrowded shelters a second chance by finding a new home for them in Germany. It was in the beginning of 2015 that I first worked with them, flying to Cyprus to document the situation. The images never let go of me and ever since I’ve been traveling to Cyprus on a regular basis, to further document, but also to accompany dogs, for which they had found a new home in Germany, on the way back.

Over the years I made films, photographs and a photobook, Cyprus Pradise, about the lives of the dogs that were left out or unwanted. I want to raise awareness for their situation and suffering and give an impulse for change, which can only happen via education – and by stopping the unlimited reproduction through a castration program.

Tierheim Uhlenkrog

(English below)

Jeder Tierheimbewohner hat seine ganz eigene Geschichte und Persönlichkeit. Die möchte ich in meinen Filmen zeigen und damit einen kleinen Beitrag leisten, auf der Suche nach einem richtigen Zuhause.

Auf dem YouTube Kanal Uhlenkrog TV stellen wir in regelmäßigen Abständen diese Tierheimbewohner und ihre Geschichten vor.

Ben

Each shelter resident has his or her own story and personality. This is what I want to show in my films, hoping to help them in their search for a forever home.

You can find their stories on the YouTube channel Uhlenkrog TV.

Fuerteventura

(English below)

2009 habe ich meinen Freund und Begleiter Dumpty in einer Perrera in Puerto del Rosario auf Fuerteventura kennengelernt.

Dumpty hatte großes Glück, da die Tiere dort von dem spanischen Tier- und Naturschutzverein OKAPI versorgt und betreut wurden, deren Arbeit damals von der Tierhilfe Fuerteventura e.V. unterstützt und gesichert wurde. So konnten zahlreiche Vierbeiner im Laufe vieler Jahre ausgeflogen und in Pflegefamilien untergebracht werden, oder gleich ein neues Zuhause finden. Mittlerweile hat die Tierhilfe Fuerteventura e.V. ein Netzwerk aus vielen privaten Pflegestellen aufgebaut, die den Tieren als Auffangstation und vorübergehendes Heim dienen. Die Tiere werden dort medizinisch versorgt und gepflegt, bis auch für sie neues Zuhause gefunden wird. Um das Leid der Hunde und Katzen nachhaltig zu reduzieren, helfen aber nur Kastrationsprogramme, die die Tierhilfe Fuerteventura e.V. in enger Zusammenarbeit mit den Menschen vorort und den ortsansässigen Tierärzten umsetzt.

Eine Pflegestelle ist die Finca  de Esquinzo, die gleichzeitig auch eine Oase für alte und kranke Tiere ist, die nicht mehr vermittelt werden können und dort ihre letzte Zuflucht finden.

Oder die Finaca Lobo von Nathalie.

Finca Lobo, Nathalie und ihre Hunde

Sabine Rösch, kümmert  sich um die Streunerkatzen auf der Insel und lässt viele Katzen und Hunde kastrieren.

Unterwegs mit der Katzentante

Und hier noch ein paar Eindrücke aus Fuerte …
Some more Fuerte impressions …

It was in 2009 that I met my friend and companion Dumpty in a Perrera in Puerto del Rosario on the Spanish Island of Fuerteventura.

He was very lucky because back then the animals were taken care of by the Spanish animal welfare and nature protection organization OKAPI, whose work was then supported and secured by the German organization Tierhilfe Fuerteventure e.V.. With their help, countless of our four-legged friends were able to fly out and find either foster families or new homes.

In the meantime Tierhilfe Fuerteventura e.V. built a network of private foster homes on the island, who shelter the dogs and offer them a preliminary home. There the animals are being looked after and cared for until they can move on to their home. But in order to sustainably reduce the suffering of the dogs and the cats on the island, their numbers need to be controled via a castration program, which the Tierhilfe Fuerteventura also executes with local residents and veterinarians.